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7'120 Kilometer später –

Autorenbild: Monika Schwarz
Monika Schwarz
26. Aug.
4 Min. Lesezeit

und was uns die Reise wirklich gelehrt hat.


calm&more | Monika Schwarz | Pfeffikon LU

An vielen Orten sind die Sommerferien nun wieder vorbei und der Alltag hat wieder Fahrt aufgenommen. Auch wir machten eine Sommerpause. Genauer gesagt: Wir waren auf einer Reise – wir nennen sie unsere NordReis26.


Zwei nordische Länder - Schweden und Norwegen. 7'120 Kilometer. Rund 2'500 Fotos. Unzählige schöne Eindrücke. Ok, von den geschätzten 4'000 Schweißperlen sprechen wir lieber gar nicht erst. Jedoch keine Mücken und keinen einzigen Elch. Aber nun von vorne ...


Seit Jahren träumten wir davon, mit unserem kleinen VW-Bus den Norden zu bereisen. Schweden. Norwegen. Fjorde, Wasserfälle, bunte Holzhäuser und diese endlosen Strassen, auf denen man das Gefühl hat, die Welt werde plötzlich ein wenig ruhiger.


Doch bevor wir überhaupt losfuhren, machten wir vermutlich das, was heute fast alle tun: Wir lasen uns durch Blogs. Viele Blogs. Und irgendwann hatten wir das Gefühl, wir müssten uns entscheiden zwischen Schnee auf der Strasse oder Mückenschwärmen, die einem das Abendessen direkt vom Teller tragen. Die Berichte über die legendäre Mückenplage waren so überzeugend, dass wir unsere Reisepläne beinahe wieder begruben.


Drei Wochen vor der Abreise trafen wir auf jemanden, der seit Jahren regelmässig in den Norden reist. Sein Kommentar war herrlich unspektakulär: «Wir hatten noch nie eine Mückenplage.» Danke Markus!


Das war der Moment, in dem wir beschlossen: Genug gelesen. Wir machen unsere eigenen Erfahrungen. Und heute können wir sagen: Die meisten Mücken begegneten uns tatsächlich erst auf der Heimfahrt durch Deutschland und die Schweiz – festgeklebt an der Front unseres kleinen VW-Busses.



Dafür wurden wir belohnt mit vielen Bilderbuchmomenten. Den Sonnenuntergang am südlichsten Leuchtturm Norwegens. Die Wanderung auf den Preikestolen. Die bunten Häuser von Bergen. Die unzähligen Wasserfälle. Die stillen Wälder. Die besten Zimtschnecken. All diese Erinnerungen bleiben. Doch wenn ich heute an unsere Reise zurückdenke, war nicht alles Friede Freude Eierkuchen. Nicht immer nur diese Glanzmomente, sondern auch die etwas anderen Momente.


Die viel zu heissen Nächte im Bus. Rückenschmerzen, die uns jede Stunde daran erinnerten, dass eine Matratze eben doch mehr sein kann als nur eine Matratze. Das Hotel in Stockholm, wo wir um drei Uhr morgens unfreiwillig Zeugen der wahrscheinlich gründlichsten Strassenreinigung Skandinaviens wurden. Der Campingplatz mit dem Taubenchor, der pünktlich um vier Uhr morgens sein Konzert eröffnete – Eintritt frei, Ausschlafen ausgeschlossen. Die überfüllten Campings. Die Hotspots, an denen man sich manchmal fragte, ob wirklich alle gleichzeitig denselben Blog gelesen hatten. Und die Suche nach einer richtig guten Dusche, die sich gelegentlich wie eine kleine Expedition anfühlte.


Doch komischerweise sind genau diese Momente heute diejenigen, über die wir am meisten lachen. Im Nachhinein jedenfalls. Auf den sozialen Medien oder auch in Blogs scheint jede Reise meistens perfekt. Blauer Himmel. Leere Strände. Romantische Sonnenuntergänge. Niemand zeigt oder erzählt von den schlaflosen Nächte, den Schweiss, den Frust oder den Moment, in dem man sich fragt, weshalb man ausgerechnet jetzt Ferien macht.


Doch genau diese kleinen Pannen machen Erinnerungen lebendig. Perfektion verblasst erstaunlich schnell. Echtheit bleibt. Oft werden wir gefragt: «Würdet ihr den Norden noch einmal bereisen?» Unsere Antwort überrascht viele. «Nein, und wenn ja - dann einfach anders.»



Nicht, weil uns Norwegen oder Schweden nicht gefallen hätten – ganz im Gegenteil. Es sind wunderschöne Länder. Doch wir haben unterwegs etwas über uns selbst gelernt. Es war bislang unsere längste Reise. Drei bis vier Wochen hatten wir eingeplant und bewusst den Norden gewählt – auch in der Hoffnung auf etwas Abkühlung. Ohne zu ahnen, dass die Hitzewelle an der deutschen Grenze keineswegs Halt machen würde.


Wir wollten viel sehen. Und das haben wir tatsächlich. Jeden Tag waren wir unterwegs. An neuen Orten. Neue Strassen, neue Landschaften, neue Sehenswürdigkeiten. Abends wurde mit eingspielten Handgriffen aus unserem VW-Büsli unser kleines Schlafgemach, am nächsten Morgen wurde alles wieder zusammengepackt – und weiter ging es. Irgendwann merkten wir, dass diese Art von Reisen ziemlich anstrengend ist. Dazu kam diese Wärme. Und ja – wir mögen definitiv etwas kühlere Temperaturen. Diese Erkenntnis war spätestens nach der dritten viel zu warmen Nacht im Büsli wie klar.


Vielleicht mussten wir aber diese Reise genau so machen, um herauszufinden, wie wir künftig reisen möchten. Und genau darin liegt für uns eines der grössten Geschenke dieser NordReis26. Wir haben nicht nur Schweden und Norwegen kennengelernt. Wir haben auch uns selbst wieder ein kleines Stück besser kennengelernt. Denn manchmal müssen wir etwas ausprobieren, um festzustellen, dass wir es beim nächsten Mal anders machen würden. Das macht die Erfahrung nicht weniger wertvoll. Im Gegenteil. Man muss nicht jede Erfahrung wiederholen wollen, damit sie wertvoll gewesen ist.


Wir sind aus tiefstem Herzen dankbar für diese wunderbare Reise. Für die Bilderbuchmomente genauso wie für die schlaflosen Nächte, den Taubenchor, die Schweissperlen und die eine oder andere Dusche, die etwas länger auf sich warten liess. Vor allem aber sind wir dankbar, dass wir nach 7'120 Kilometern gesund wieder nach Hause zurückkehren durften. Zu unserem eigenen Bett. Zu unserer eigenen Dusche. Und zu unserem lauschigen Schattenplatz unter der Tanne.


Nun - für unsere nächste Reise wissen wir ein bisschen mehr:

Vielleicht weniger Kilometer. Weniger Stopps. Mehr Ankommen. Und ganz bestimmt während einer kühleren Jahreszeit ツ


Ein paar dieser Bilderbuchmomente möchte ich gerne hier mit dir teilen. Weitere Impressionen findest du unter www.monschjart.ch/nordreis26


Von Herzen ♥ Monika, dein Mentor & Coach  ツ



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