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Midlife – der unterschätzte Neubeginn

  • Autorenbild: Monika Schwarz
    Monika Schwarz
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Mitten im Leben – und plötzlich fühlt es sich nicht mehr stimmig an



Zwischen 35 und 49 geschieht etwas, das niemand ankündigt. Nach außen läuft alles. Nach innen beginnt es zu bröckeln. Es ist selten ein lauter Knall. Oft ist es ein schleichendes Ausbrennen. Eine leise Unruhe. Eine Frage, die sich nicht mehr wegschieben lässt: War das schon alles – oder kommt da noch etwas, das wirklich ich bin? Viele nennen diese Phase Midlifecrisis. Ich nenne sie heute: Wendepunkt oder liebevoll ein Upgrade.


Meine eigene Lebensmitte

Bei mir war es kein dramatischer Zusammenbruch. Es war ein langsames Übergehen meiner selbst. Ich habe funktioniert. Ich habe getragen. Ich habe Verantwortung übernommen – oft mehr, als meine Rolle vorsah. Ich wollte gefallen. Anerkennung bekommen. Alles richtig machen. Und irgendwann konnte mein Körper nicht mehr. Diagnose Erschöpfungsdepression. Wie dieser Wendepunkt aussah und was mir geholfen hat, wieder in meine Stärke zu finden, erzähle ich dir in einem eigenen Blog "Wenn Stärke zur Überforderung wird".


Doch nun wieder zurück: was in diesem Jahrsiebt wirklich passiert, die darin verborgenen Gefahren und die Chancen zu erkennen was alles an wertvollem in dir steckt und wie wir es nutzen können.


Wo gehört die „Midlifecrisis“ in die Jahrsiebte?

In der Biografiearbeit nach Philip E. Jacobsen liegt dieser Umbruch genau im Übergang zweier Lebensphasen:


  • 35–42: Finden der Identität in der Welt

  • 42–49: Das Eigene der Welt geben


Die klassische Midlife-Phase zeigt sich meist zwischen 38 und 47 Jahren – genau im Spannungsfeld dieser beiden Jahrsiebte. Und das ist kein Zufall. Bevor wir „das Eigene“ geben können, fällt alles weg, was nicht wirklich unseres ist. Und das tut weh.


Was in dieser Zeit wirklich passiert

Bis etwa 35 oder 40 bauen wir auf:


  • Karriere

  • Familie

  • Status

  • Sicherheit

  • Rollen


Wir leisten. Wir bewähren uns. Wir funktionieren. Doch dann beginnt eine neue Frage:

War das wirklich ich – oder nur meine Rolle?


Und wenig später wird sie noch klarer und wir fragen uns: Wenn ich ganz ehrlich bin – was will ich in der zweiten Lebenshälfte wirklich geben? Die Lebensmitte ist kein Absturz, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Sie ist die Chance für einen Wendepunkt.


Plötzlich wird sichtbar


  • Welche Rollen habe ich übernommen?

  • Wo habe ich mich angepasst?

  • Was habe ich erreicht – aber nie bewusst gewählt?

  • Was will ich nicht mehr mittragen?


Typische Anzeichen dieser Phase die viele erleben


  • Unzufriedenheit trotz „allem erreicht“

  • Sinnfragen

  • Beziehungsthemen

  • berufliche Neuorientierung

  • körperliche Veränderungen

  • Konfrontation mit Endlichkeit


Und genau hier entsteht die Verunsicherung. Doch die Wahrheit ist: Nicht das Leben bricht auseinander. Das Unwahre fällt weg.


Die verborgene Gefahr

Man kann versuchen, die innere Unruhe zu überdecken:


  • Noch mehr arbeiten

  • Noch schneller funktionieren

  • Noch mehr leisten

  • Noch einmal alles beweisen


Oder man wird bitter. Zynisch. Resigniert. Doch die eigentliche Gefahr ist nicht die Krise. Die eigentliche Gefahr ist, sie zu ignorieren.


Die große Chance

Die Lebensmitte schenkt dir etwas, das du vorher nicht hattest:


  • Erfahrung

  • Tiefe

  • Differenziertes Denken

  • Menschenkenntnis

  • Klarheit über das, was nicht mehr passt


Jetzt geht es nicht mehr um Status. Es geht um Bedeutung. Nicht mehr um: „Wie wirke ich?“ Sondern um: „Was bewirke ich?“ Das ist die Zeit, in der aus Machern Mentoren werden. Aus Suchenden Gestalter. Aus Angepassten Eigenständige. Es ist das Jahrsiebt, in dem du dein Eigenes in die Welt stellst – nicht aus Beweisdrang, sondern aus Reife. Dies können wir im Sport sehr gut beobachten. Viele der erfolgreichen Sportlern beenden ihr "sportliche" Karriere im richtigen Alter und werden danach Coach, Mentor oder tolle Sportmoteratoren. Sie sind die Menschen, die alles mitbringen, weil sie selber alles durchlebt haben. Von Hochs und Tiefs, Glück und Unglück, Schicksalsschläge, aufgeben und aufrafen etc. Sie sind Experten. Diese Chancen zu erkennen, worin bin ich ein Experte oder möchte ich einer sein? Diese Chance bekommen wir alle.


Ein Impuls für dich

Wenn du gerade in dieser Phase stehst, frage dich:


  • Was darf ich loslassen?

  • Wo will ich mutiger werden?

  • Was würde ich tun, wenn ich keine Angst vor Bewertung hätte?

  • Welche Geschichte will ich über meine zweite Lebenshälfte erzählen?

  • Worin bin ich Experte? Wo macht es Sinn meine Erfahrungen zu teilen?


Die Lebensmitte ist kein Ende. Sie ist ein Upgrade. Oder, wie ich es heute sehe:

Sie ist der Moment, in dem dein Leben dich fragt, ob du bereit bist, wirklich du zu sein.


Vielleicht hast du dich in diesem Text an der einen oder anderen Stelle selbst erkannt. Vielleicht sind Fragen aufgetaucht. Oder ein leises „Ja, das bin ich.“


Wenn du tiefer in "die Qualität der Jahrsiebt" eintauchen möchtest, habe ich etwas für dich vorbereitet: ein mini Workbook, das dich durch die Qualität deiner eigenen Lebensphasen begleitet. Mit Reflexionsfragen, Impulsen und Raum für deine ganz persönliche Erkenntnis.


Bei Interesse findest du es unter meinen Blogbeitrag "die Qualität der Jahrsiebt"


Von Herzen ♥ Monika, dein Mentor & Coach

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