Zwei Mönche
- Monika Schwarz

- 27. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Manchmal ist es nicht das Ereignis, das uns belastet – sondern das Festhalten daran

Zwei Mönche waren auf der Wanderschaft. Eines Tages kamen sie an einen Fluss. Dort stand eine junge Frau mit wunderschönen Kleidern. Offenbar wollte sie über den Fluss, doch da das Wasser sehr tief war, konnte sie den Fluss nicht durchqueren, ohne ihre Kleider zu beschädigen.
Ohne zu zögern ging einer der Mönche auf die Frau zu, hob sie auf seine Schultern und watete mit ihr durch das Wasser. Auf der anderen Flussseite setzte er sie trocken ab. Nachdem der andere Mönch auch durch den Fluss gewatet war, setzten die beiden ihre Wanderung fort.
Nach etwa einer Stunde fing der eine Mönch an, den anderen zu kritisieren: "Du weißt schon, dass das, was Du getan hast, nicht richtig war, nicht wahr? Du weißt, wir dürfen keinen nahen Kontakt mit Frauen haben. Wie konntest Du nur gegen diese Regel verstoßen?"
Der Mönch, der die Frau durch den Fluss getragen hatte, hörte sich die Vorwürfe des anderen ruhig an. Dann antwortete er: "Ich habe die Frau vor einer Stunde am Fluss abgesetzt - warum trägst Du sie immer noch mit Dir herum?"
-Quelle: The Wisdom of Zen Masters
PS: Diese kurze Zen-Geschichte zeigt auf stille Weise, warum Loslassen eine aktive Entscheidung ist. Zwei Mönche begegnen einer Frau, die einen Fluss nicht überqueren kann. Einer hilft ihr – pragmatisch, präsent, ohne Zögern. Der andere folgt der Regel, trägt aber innerlich weiter: Zweifel, Bewertung, Vorwurf.
Die Geschichte zeigt eindrücklich: Nicht die Handlung bindet uns – sondern unser Festhalten im Kopf.
Im Alltag tragen wir oft Dinge mit uns herum, die längst vorbei sind:
ein Gespräch, das uns geärgert hat.
Eine Entscheidung, die wir anzweifeln.
Eine Handlung eines anderen, die wir bewerten.
Doch das Festhalten kostet Energie, Zeit und Leichtigkeit. Loslassen heißt nicht, zu vergessen oder gutzuheißen. Es heißt, sich selbst zu befreien. Manchmal ist die eigentliche Last nicht das Geschehen, sondern die Geschichte, die wir darüber weiterschreiben.
Nun meine Fragen an dich:
Was trägst du gerade noch mit dir herum, obwohl es längst vorbei ist?
Welche Situation hast du „abgesetzt“, aber innerlich nie losgelassen?
Wo verwechselst du Moral mit innerer Unruhe?
Was würde leichter werden, wenn du heute etwas bewusst ablegst?
Ein passendes Zitat für dich:
„Loslassen bedeutet nicht, dass es dir egal ist. Es bedeutet, dass du aufhörst, etwas zu tragen, das nicht mehr deins ist.“ -Monika Schwarz, calm&more
Sehr gerne darfst du diese Geschichte ausdrucken, teilen oder verschenken ツ
Von Herzen ♥ Monika, dein Mentor & Coach



