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Der Tempel der tausend Spiegel

  • Autorenbild: Monika Schwarz
    Monika Schwarz
  • 12. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Die Welt zeigt uns oft nicht, wie sie ist – sondern wie wir sind.



Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde.


Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.


Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.


Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde.


Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf. Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.

  • Eine Geschichte aus Indien



PS: Wie oft glauben wir, andere Menschen seien kritisch, ablehnend oder schwierig – obwohl wir vielleicht selbst gerade mit Unsicherheit, Angst oder Misstrauen unterwegs sind?


Unsere innere Haltung wirkt wie ein Spiegel. Wer mit Offenheit, Vertrauen und Freundlichkeit auf die Welt zugeht, erlebt häufig genau diese Eigenschaften auch bei anderen Menschen. Natürlich ist nicht alles im Leben nur eine Frage der Perspektive. Doch erstaunlich oft beeinflusst unsere Haltung, was wir wahrnehmen und wie wir Situationen interpretieren.


Vielleicht ist die Welt weder nur freundlich noch nur bedrohlich. Vielleicht ist sie ein großer Spiegel, der uns jeden Tag einlädt, uns selbst ein Stück besser kennenzulernen.


Denn oft beginnt die Veränderung nicht dort draußen – sondern in dem Moment, in dem wir erkennen, mit welchem Blick wir auf das Leben schauen.


Fragen für dich:

  • Welche „Spiegel“ begegnen dir momentan in deinem Leben?

  • Welche Erwartungen trägst du unbewusst anderen Menschen gegenüber?

  • Erlebst du die Welt eher als freundlich oder als herausfordernd?

  • Wo könnte eine Veränderung deiner Perspektive neue Möglichkeiten eröffnen?

  • Was würde passieren, wenn du morgen mit etwas mehr Vertrauen durch den Tag gehst?



Sehr gerne darfst du diese Geschichte ausdrucken, teilen oder verschenken ツ



Von Herzen ♥ Monika, dein Mentor & Coach

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